„Achtsamkeit ist ein Gewahrsein, das jeden einzelnen Augenblick erfasst, ohne darüber zu urteilen.“

(Jon Kabat-Zinn)

Über 30 Jahre Forschung und Neurowissenschaften stehen uns heute bereits zur Verfügung, wenn wir uns mit der Frage beschäftigen: Wie kann Achtsamkeit in der modernen Gesellschaft gestaltet werden.

Die fundierten Studien zeigen erstaunliche Ergebnisse in den Schlüsselbereichen: Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, emotionale Kontrolle und soziale Kompetenz.

So ist Achtsamkeit eine Fähigkeit wie Mathematik, Sport, Musik oder Kunst. Regelmäßiges Üben verschafft die Möglichkeit, sie zu nutzen, wenn wir sie brauchen.

Und sie ist ein kraftvolles Antidot zu dem steigenden Stresslevel, der Zerstreuung in der multimedialen Außenwelt und dem maßlosen Egoismus heutiger Zeit.

Mein Wunsch ist es, Achtsamkeitstraining in Schulen als selbstverständliches Angebot zu etablieren. Das Verständnis zu vermitteln, dass die höchste Priorität für Heranwachsende Freiheit im Geist, Resilienz und wachsendes Mitgefühl ist.

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Achtsamkeit in Schulen
Was bedeutet Achtsamkeit-in-Schulen, was nicht und wie gestaltet sich der Ablauf?

Achtsamkeit bedeutet, dass alles, was im gegenwärtigen Moment geschieht, bewusst wahrgenommen wird – die eigenen Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Sinnesreize der äußeren Umgebung.

Das Entscheidende ist, dass das Erlebte dabei nicht bewertet wird, sondern mit einer offenen, annehmenden Haltung wahrgenommen wird.

Achtsamkeit beinhaltet auch das bewusste Entwickeln positiver Geisteszustände, wie zum Beispiel Freundlichkeit, Selbstfürsorge und Mitgefühl.

Der internationale Begriff für Achtsamkeit ist „mindfulness“.

Was ist Achtsamkeit nicht?

Warum in der Schule?

„Für Kinder und Jugendliche, die ständig von einer Armada von Außenreizen, aber auch von inneren Leistungsanforderungen, Befürchtungen und Selbstzweifeln bestürmt werden, kann die Haltung der Achtsamkeit eine echte Hilfe zur Selbsthilfe sein.
Wenn also gerade ab dem zehnten, elften Lebensjahr mit der Entwicklung des Frontalhirns die Fähigkeit zur Selbstreflexion einhergeht, dann ist dies eine gute Zeit, die Schüler mit Übungen in Achtsamkeit bekannt zu machen. Hierbei erhalten sie Werkzeuge zur Selbstregulation. Wer als Fünftklässler mit einfachen Übungen gelernt hat, achtsam zu sein, in den Körper hinein zu spüren und sich von dem inneren Selbstgespräch zu distanzieren, ist für den Sturm der Pubertät und die Schwierigkeiten des Lebens besser gerüstet.“

Vera Kaltwasser (Gymnasialschul-Lehrerin, MBSR-Lehrerin, Autorin von „Achtsamkeit in der Schule“)

Dokumentierte Wirkungen von Achtsamkeitsübungen

(Quelle: Vera Kaltwasser, Forschungsergebnisse zur Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Interventionsprogramm AISCHU® "Achtsamkeit in der Schule")

Praktische Übung

Jede Achtsamkeitsübung beginnt mit der achtsamen Körperposition (mindful bodies).

Alle sitzen mit geradem Rücken, ohne angespannt zu sein und schauen in dieselbe Richtung. Der Körper kommt zur Ruhe. Es wird still. Die Augen werden leicht geschlossen.

So versuchen wir eine Minute sitzen zu bleiben.

Danach wird die Wahrnehmung auf ein einziges Erlebnis gerichtet: den Atem, wie er ein- und ausströmt, eine Glocke, die geschlagen wird, den Herzschlag, den Körperkontakt zum Stuhl und Fußboden, eine Rosine, die gegessen wird uvm.

Die Übung beginnt mit einer Zeitspanne von einer Minute und wird im Laufe der Zeit und je nach Vermögen und Übungsbegeisterung der Kinder auf mehrere Minuten ausgeweitet.

Danach ist Zeit, sich über die Erfahrungen auszutauschen. Fast jeder staunt erstmal, wie schnell die Gedanken abgewandert sind, denn sie sind nichts Anderes gewöhnt als rumzuspringen. Im normalen Alltag wird der Geist nur befeuert sich ständig zu bewegen zwischen SMS, facebook, Spielekonsole & Co.

Die Kinder haben oft ein großes Bedürfnis, sich darüber auszutauschen. Und sie erleben, dass Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle hier willkommen sind und ernst genommen werden.

Ich ergänze die Achtsamkeitsübungen gerne mit kleinen Einheiten aus dem Tai Chi oder Kinderyoga, oder auch mal mit Spielen, die verschiedene Aspekte des achtsamen Umgangs miteinander üben.

Der zeitliche Rahmen

Je nach Wunsch und Kapazität des verantwortlichen Klassenlehrers und des Stundenplans sind verschiedene zeitliche Rahmen denkbar:

Zum Beispiel:

Basismodell: 15minütige Einheiten am Anfang einer Stunde (im Idealfall der ersten oder letzten Stunde des Tages), zweimal die Woche, für acht Wochen.

Von dort ist jedes zeitliche Modell denkbar: Ein Halbjahr bis zu einem ganzen Schuljahr im wöchentlichen Rhythmus mit strikten 15minütigen Einheiten, oder auch mal den Luxus einer halben Stunde, um sich intensiver mit einem Thema zu beschäftigen, und und und.

Und schon aus Neugier bin ich stets bereit, nach einer gemeinsamen achtsamen Zeit die Klasse ein halbes Jahr später noch einmal zu besuchen und auf Wunsch die Übungen aufzufrischen.

„Die Achtsamen sind im Kommen!“ (Jon Kabat-Zinn)

Mein Wunsch und ganzes Engagement ist es, Achtsamkeit in Schulen weiter zu etablieren. Kindern, Jugendlichen, sowie den Lehrern und Erziehern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen alle Beteiligten anstehenden Herausforderungen besser begegnen können und das gemeinsame Potential für Alle gewinnbringend zur Entfaltung kommen kann.

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Über mich

Lissy Kayser, Jahrgang 1968, verheiratet, eine Tochter. Ich lebe seit 25 Jahren in Hamburg.

Mein beruflicher Werdegang begann mit einem Studium 1988 an der Sporthochschule Köln und der Universität Köln (Germanistik) mit dem langfristigen Ziel Lehrerin zu werden.

Die Berufung zum Filmbusiness bescherte mir aber dann zunächst eine 20jährige, abwechslungsreiche Laufbahn als Regieassistentin bei Film und Fernsehen.

Zeitgleich lernte ich den Buddhismus kennen und arbeite seit 1995 ehrenamtlich am Aufbau und Betrieb des „Buddhismus Zentrum Hamburg der Karma Kagyü Linie e.V.“ mit; einem der größten buddhistischen Zentren Deutschlands.

Über 25 Jahre intensiver Mediationspraxis, Retreats, Kurse mit verschiedensten Mediationsmeistern und Begegnungen mit vielen verschiedensten Menschen weltweit mündeten in dem Wunsch, die erworbenen Erfahrungen und guten Eindrücke an die heran zu bringen, die in unsere Gesellschaft noch reinwachsen.

Ab 2010 habe ich breit gefächerte Ausbildungsprogramme zur Achtsamkeitstrainerin absolviert:

  • „mindfulness fundamentals graduates“ und „mindful educator essentials graduates“ bei Mindful Schools | 1260 45th Street, Suite B | Emeryville, California
  • „Stressbewältigung durch Achtsamkeitstraining nach Prof.Dr. Jon Kabat-Zinn“ bei Dres. A&G Raschpichler
  • Achtwöchiger MBSR Kurs „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ bei Corinna Schöps in Hamburg
  • AmiKi: Basis und Grundlagen bei Dörte Westphal (Ausbildung AMIKI, Arbor Seminare Freiburg)
  • Achtsamkeit mit Kindern bei Kevin Hawkins und Amy Burke (Ausbildung AMIKI, Arbor Seminare)
  • AmiKi Intensivseminar bei Dörte Westphal (Ausbildung AMIKI, Arbor Seminare Freiburg)
  • Empathie, Beziehung und Achtsame Kommunikation bei Lienhard Valentin (Ausbildung AMIKI, Arbor Seminare Freiburg)

Mit einem Pilotprojekt an der Grundschule meiner Tochter, leitete ich 2016/2017 eine internationale Klasse über fast 6 Monate im Achtsamkeitstraining an. (siehe Video)

Seitdem arbeite ich mit unterschiedlichsten Klassen an vorwiegend Grundschulen und vernetze mich im Bereich Lehrerfortbildung und einer Kombination aus Gewaltpräventionstraining und Achtsamkeit für Schulen.

Kontakt
Ich freue mich sehr über eine Kontaktaufnahme unter:

l.kayser@hamburg.de